160 Einsatzkräfte trainieren den Chemie Ernstfall

Ein schwerer Zusammenstoß zweier Containerschiffe vor Borkum, gefährliche Chemikalien gehen über Bord und werden von der Strömung bis an die ostfriesische Küste getragen. Dieses bedrohliche Szenario war zum Glück kein wirklicher Notfall, sondern die Grundlage der groß angelegten Katastrophenschutzübung Wattsturm 2026.

Im Watt bei Norden Utlandshörn probten rund 160 Einsatzkräfte den Ernstfall. Ziel der Übung war es, gefährliche Stoffe unter den besonderen Bedingungen des Wattenmeeres aufzuspüren, zu sichern und zu bergen.

Das angenommene Unglück stellte die Beteiligten vor zahlreiche Herausforderungen. Nach der Kollision der beiden Schiffe sollten mehrere Behälter mit giftigen Chemikalien über Bord gegangen sein. Einige davon waren im Übungsszenario an die Küste getrieben und im Schlick liegen geblieben.

Einsatzkräfte in schweren Chemikalienschutzanzügen mussten sich den Behältern vorsichtig nähern. Dabei wurde trainiert, unbekannte Stoffe zu erkennen, Gefahrenbereiche abzusperren und die Behälter möglichst sicher aus dem Watt zu entfernen.

Schwierige Bedingungen im Wattenmeer

Ein Einsatz im Watt ist mit einem gewöhnlichen Gefahrguteinsatz an Land kaum zu vergleichen. Der weiche Untergrund erschwert jede Bewegung. Hinzu kommen Wasserläufe, wechselndes Wetter und die Gezeiten. Auch schwere Ausrüstung kann nicht ohne Weiteres an jeden Einsatzort gebracht werden.

Für den Transport von Personal und Material kamen deshalb spezielle Fahrzeuge mit Kettenantrieb zum Einsatz. Sie können sich auch auf weichem Untergrund bewegen, auf dem gewöhnliche Einsatzfahrzeuge stecken bleiben würden.

Gleichzeitig mussten die Einsatzleitungen den zeitlichen Verlauf der Tide berücksichtigen. Bei einem wirklichen Unglück könnte auflaufendes Wasser gefährliche Stoffe weiter verteilen und die Bergung erheblich erschweren.

Viele Organisationen arbeiten zusammen

An Wattsturm 2026 beteiligten sich unter anderem das Havariekommando, der Landkreis Aurich, der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz, Feuerwehren und das Technische Hilfswerk.

Ein Schwerpunkt lag auf der Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen. Bei einem großen Schiffsunglück müssen zahlreiche Stellen gleichzeitig handeln. Informationen über Gefahrstoffe müssen schnell weitergegeben, Einsatzbereiche koordiniert und Mannschaften sicher durch das Watt geführt werden.