Das Amtsgericht Aurich hat einen jungen Fußballtrainer wegen Körperverletzung in zahlreichen Fällen verurteilt. Die Verhandlung fand vor einem Jugendschöffengericht und vollständig unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Der Angeklagte war während des betreffenden Zeitraums als Trainer einer Jugendfußballmannschaft in Ostfriesland tätig. Zum Zeitpunkt der vorgeworfenen Taten war er 19 Jahre alt und galt damit juristisch als Heranwachsender.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann insgesamt 93 Straftaten vorgeworfen. Dazu gehörten 88 Fälle von Körperverletzung, vier Fälle sexueller Belästigung und ein Fall gefährlicher Körperverletzung. Die mutmaßlichen Vorfälle sollen sich zwischen 2022 und 2024 ereignet haben.

Nach Angaben der Anklage soll der Trainer minderjährige Spieler wiederholt geohrfeigt und geschlagen haben. Die Übergriffe sollen unter anderem erfolgt sein, wenn er mit der sportlichen Leistung der Mannschaft nicht zufrieden gewesen sei.

In einem weiteren Fall soll der Trainer eine Wasserkiste nach einem Spieler geworfen haben. Die betroffenen Jugendlichen sollen durch die Schläge erhebliche Schmerzen erlitten haben.

Darüber hinaus warf die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten vor, einen Spieler mehrfach gegen dessen Willen geküsst zu haben. Von dem Vorwurf der sexuellen Belästigung wurde der Mann jedoch freigesprochen.

Wegen der Körperverletzungen in zahlreichen Fällen sprach das Gericht den Trainer schuldig. Er erhielt eine Weisung nach dem Jugendgerichtsgesetz. Welche konkreten Auflagen oder Vorgaben damit verbunden sind, wurde nicht öffentlich mitgeteilt.

Solche Weisungen sollen nach dem Jugendstrafrecht die weitere Lebensführung eines jungen Menschen beeinflussen und seine Erziehung fördern. Die genaue Ausgestaltung kann je nach Verfahren unterschiedlich sein.

Ob das Urteil bereits rechtskräftig ist, war zunächst nicht bekannt. Weitere Einzelheiten zum Verlauf der Verhandlung veröffentlichte das Gericht nicht.

Der Ausschluss der Öffentlichkeit sollte sowohl die minderjährigen Zeugen als auch den Angeklagten schützen. Deshalb wurden weder der Name des Trainers noch der betroffene Verein öffentlich genannt.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe durch Eltern hatte der Verein den Trainer suspendiert. Einige der betroffenen Spieler sollen sich nach Angaben des Vereinsvorsitzenden in psychologischer Behandlung befinden. Auch der Kreisfußballverband Ostfriesland informierte die Vereine über den Fall.

Der Prozess macht deutlich, wie wichtig klare Schutzkonzepte und verlässliche Ansprechpartner im Jugendbereich des Vereinssports sind. Kinder und Jugendliche müssen sich darauf verlassen können, dass Hinweise auf mögliche Übergriffe ernst genommen und sorgfältig geprüft werden.