Die Suche nach einem dauerhaften Lager für hochradioaktiven Atommüll wird konkreter. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hat einen neuen Arbeitsstand veröffentlicht und die weiterhin betrachteten Gebiete deutlich verkleinert.

Deutschlandweit werden nun weniger als fünf Prozent der Landesfläche weiter untersucht. Im vergangenen Jahr waren es noch ungefähr 25 Prozent.

Auch Ostfriesland ist noch nicht vollständig aus dem Verfahren ausgeschieden. Nach regionalen Auswertungen befindet sich eine kleine Fläche der Region weiterhin im Prüfverfahren. Die großen zuvor untersuchten Tongesteinsgebiete Ostfrieslands werden dagegen nicht weiter betrachtet.

Noch keine Entscheidung für ein Endlager

Dass eine Fläche weiterhin untersucht wird, bedeutet nicht, dass dort tatsächlich ein Endlager gebaut wird. Der veröffentlichte Arbeitsstand ist lediglich ein Zwischenschritt in einem langen Auswahlverfahren.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung prüft den tiefen geologischen Untergrund. Dabei geht es unter anderem um die Beschaffenheit und Stärke der vorhandenen Gesteinsschichten.

Ein mögliches Endlager muss hochradioaktive Abfälle für mindestens eine Million Jahre möglichst sicher von Mensch und Umwelt abschließen. Als geeignetes Wirtsgestein werden Salz, Ton und kristallines Gestein untersucht.

36 Teilgebiete werden weiter geprüft

Im Jahr 2020 hatte die Bundesgesellschaft insgesamt 90 Teilgebiete benannt, die aus geologischer Sicht zunächst infrage kamen. Nach den bisherigen Untersuchungen werden noch 36 dieser Teilgebiete weiter betrachtet.

Die Fachleute bewerten dabei verschiedene Sicherheitsmerkmale. Dazu gehören die Tiefe der Gesteinsschichten, deren Stabilität und die Frage, ob Wasser durch das Gestein gelangen könnte.

Auch geologische Störungen, frühere Bohrungen und mögliche Auswirkungen künftiger Eiszeiten spielen eine Rolle. Erfüllt ein Gebiet die Anforderungen eines Prüfschritts nicht, wird es aus dem Verfahren genommen.

Große Teile Ostfrieslands ausgeschlossen

Nach dem neuen Arbeitsstand sind die großflächigen Tongesteinsbereiche in Ostfriesland überwiegend aus der weiteren Betrachtung ausgeschieden. Nur eine kleine Fläche bleibt nach regionaler Auswertung noch im Rennen.

Wo später tatsächlich Erkundungen stattfinden, ist damit noch nicht entschieden. Die derzeitigen Karten zeigen ausschließlich den wissenschaftlichen Arbeitsstand und keine festgelegten Standorte.