Ostfrieslands Handwerk blickt mit Sorge auf die kommenden Monate
Von Finn · · 3 Min. Lesezeit

Hohe Kosten und schwächere Aufträge bremsen die Betriebe Das ostfriesische Handwerk steht derzeit noch auf einem vergleichsweise stabilen Fundament. Der Blick auf die kommenden Monate fällt bei vielen Betrieben allerdings deutlich vorsichtiger aus. Hohe Kosten, schwächere Auftragserwartungen und…
Hohe Kosten und schwächere Aufträge bremsen die Betriebe
Das ostfriesische Handwerk steht derzeit noch auf einem vergleichsweise stabilen Fundament. Der Blick auf die kommenden Monate fällt bei vielen Betrieben allerdings deutlich vorsichtiger aus. Hohe Kosten, schwächere Auftragserwartungen und eine geringe Bereitschaft zu neuen Investitionen bremsen die Hoffnung auf einen kräftigen wirtschaftlichen Aufschwung.
Das geht aus der aktuellen Herbstumfrage der Handwerkskammer für Ostfriesland hervor. An der Befragung beteiligten sich 254 Betriebe aus der Region.
Geschäftsklima bleibt knapp im positiven Bereich
Der Geschäftsklimaindex erreicht 106 Punkte. Damit liegt er weiterhin über der neutralen Marke von 100 Punkten. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Wert jedoch um vier Punkte gefallen.
Viele Betriebe kommen nach Einschätzung der Handwerkskammer mit ihrer gegenwärtigen Geschäftslage noch gut zurecht. Für die Zukunft rechnen die Unternehmen jedoch häufiger mit einer gleichbleibenden oder schwächeren Entwicklung als mit einer deutlichen Verbesserung.
Besonders zurückhaltend sind die Erwartungen bei neuen Aufträgen. Auch bei der Beschäftigung und bei geplanten Investitionen zeichnet sich kurzfristig keine größere Belebung ab.
Kosten erschweren die Kalkulation
Ein wesentlicher Belastungsfaktor bleiben die gestiegenen Einkaufspreise. Hinzu kommen hohe Ausgaben für Energie, Kraftstoff und Transport. Auch höhere Preise innerhalb der Lieferketten setzen den Unternehmen zu.
Zahlreiche Betriebe versuchen, einen Teil dieser Belastungen über ihre Verkaufspreise auszugleichen. Das gelingt jedoch nicht in allen Bereichen und häufig nicht schnell genug. Dadurch wird es schwieriger, neue Aufträge zuverlässig zu kalkulieren.
Wenn Material, Energie und Löhne teurer werden, während Kunden gleichzeitig stärker auf den Preis achten, sinkt der finanzielle Spielraum. Viele Unternehmen stellen geplante Anschaffungen und Investitionen deshalb zunächst zurück.
Bau und Kfz Handwerk besonders unter Druck
Zwischen den einzelnen Handwerksbereichen gibt es deutliche Unterschiede. Besonders schwierig ist die Stimmung im Bauhauptgewerbe. Der Klimaindex liegt dort bei 91 Punkten und damit 17 Punkte unter dem Wert des Vorjahres.
Die aktuelle Auslastung vieler Baubetriebe ist zwar noch tragfähig. Unternehmen, die auf neue Bauprojekte und größere Investitionen angewiesen sind, rechnen jedoch mit zunehmendem Gegenwind.
