In mehreren ostfriesischen Metallbetrieben könnten in der kommenden Woche Warnstreiks beginnen. Hintergrund sind die bislang ergebnislosen Tarifverhandlungen in der Metall und Elektroindustrie. Nach der zweiten Verhandlungsrunde liegen die Vorstellungen von Gewerkschaft und Arbeitgebern weiterhin deutlich auseinander.

Die Friedenspflicht endet am 31. Oktober. Vom 1. November an sind deshalb Warnstreiks rechtlich möglich. Die IG Metall hat bereits angekündigt, Beschäftigte in Niedersachsen zu Arbeitsniederlegungen aufzurufen.

Auch mehrere Unternehmen in Ostfriesland könnten von den Aktionen betroffen sein. Welche Betriebe wann bestreikt werden, wird üblicherweise kurzfristig von der Gewerkschaft bekannt gegeben.

IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld

Die IG Metall fordert eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um fünf Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Zusätzlich sollen Beschäftigte in den unteren Entgeltgruppen stärker berücksichtigt werden.

Nach Ansicht der Gewerkschaft belasten höhere Kosten für Lebensmittel, Wohnen und Energie viele Arbeitnehmer weiterhin erheblich. Außerdem müsse ein Tarifabschluss nicht nur die Einkommen sichern, sondern auch Antworten auf die Veränderungen in der Industrie liefern.

Zu den weiteren Forderungen gehören eine stärkere Beschäftigungssicherung und eine Beteiligung der Mitarbeiter am Erfolg wirtschaftlich gut aufgestellter Unternehmen.

Arbeitgeber legen erstes Angebot vor

Die Arbeitgeberseite hat in der zweiten Verhandlungsrunde ein erstes Angebot vorgelegt. Es sieht nach Angaben der IG Metall eine Einmalzahlung im Juli 2027 vor. Diese soll einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts entsprechen.

Eine dauerhafte Erhöhung der Entgelttabellen um 1,3 Prozent soll demnach erst im Juli 2028 erfolgen. Vorgesehen ist eine Laufzeit von insgesamt 26 Monaten bis Ende Dezember 2028.

Die IG Metall weist dieses Angebot als zu niedrig und zu spät zurück. Die Gewerkschaft argumentiert, dass eine Einmalzahlung keine dauerhafte Erhöhung der monatlichen Einkommen ersetzt.

Arbeitgeber verweisen auf schwierige Lage

Die Arbeitgeberseite verweist dagegen auf die angespannte wirtschaftliche Situation vieler Industriebetriebe. Hohe Energiepreise, internationale Konkurrenz, schwache Auftragslagen und der Umbau hin zu neuen Technologien belasten zahlreiche Unternehmen.