Nach jahrelangen Diskussionen ist in Oldenburg ein wichtiges Zeichen für den geplanten Bau eines neuen Fußballstadions gesetzt worden. Am Donnerstag erfolgte an der Maastrichter Straße der symbolische Spatenstich. Auf dem Gelände neben den Weser Ems Hallen soll eine moderne Arena für mehr als 10000 Zuschauer entstehen.

An dem Termin nahmen unter anderem der scheidende Oberbürgermeister Jürgen Krogmann sowie Vertreter der Stadiongesellschaft und des beauftragten Bauunternehmens teil. Mit den ersten Spaten in der Erde beginnt nun sichtbar die Umsetzung eines Projekts das die Stadt Oldenburg seit vielen Jahren beschäftigt.

Der Spatenstich bedeutet allerdings noch nicht dass der eigentliche Stadionbau sofort beginnt. Zunächst stehen weitere vorbereitende Arbeiten auf dem Gelände an. Dazu gehört unter anderem die Sanierung eines belasteten Bereichs. Der offizielle Beginn der eigentlichen Bauarbeiten ist nach Angaben der Stadt für den 1. Juli 2027 vorgesehen.

Das neue Stadion soll zunächst Platz für 10604 Zuschauer bieten. Geplant sind 4312 Stehplätze und 5489 reguläre Sitzplätze. Hinzu kommen Plätze im Businessbereich Logen sowie barrierefreie Zuschauerplätze. Bei Bedarf soll die Arena später auf eine Kapazität von bis zu 15000 Menschen erweitert werden können.

Der Entwurf stammt von HPP Architekten. Geplant ist ein achteckiges Stadion mit einer weitgehend geschlossenen Überdachung. Transparente Bereiche an den Ecken sollen für eine offene Wirkung sorgen. Auch eine Holzkonstruktion im Dachbereich ist Teil des Konzepts.

Mit dem Bau wurde das Unternehmen Walter Hellmich aus Dinslaken beauftragt. Das Unternehmen war bereits an mehreren Stadionprojekten beteiligt. Dazu gehören unter anderem Arbeiten am Millerntor Stadion in Hamburg sowie Projekte in Duisburg Aachen und Ingolstadt.

Der vereinbarte Festpreis für das Stadion beträgt 57,3 Millionen Euro. Hinzu kommen nach Angaben der Stadt voraussichtlich rund 2,36 Millionen Euro an weiteren Kosten. Die Finanzierung erfolgt über einen städtischen Zuschuss sowie Kredite für die die Stadt umfangreiche Sicherheiten übernimmt.

Die geplante Arena bleibt politisch und gesellschaftlich umstritten. Kritiker bemängeln vor allem die finanzielle Beteiligung der Stadt. Eine Bürgerinitiative geht weiterhin juristisch gegen das Projekt vor und bezeichnet den Stadionbau als falsche Verwendung öffentlicher Gelder.

Auch der künftige Oberbürgermeister Jascha Rohr hatte die Finanzierung durch die Stadt zuvor kritisch gesehen. Gleichzeitig erklärte er dass rechtskräftige Beschlüsse des Rates respektiert werden müssten.

Die Befürworter sehen in dem Stadion dagegen eine wichtige Investition in den Sport und den Standort Oldenburg. Die neue Arena soll bessere Bedingungen für den Profifußball schaffen und zugleich für weitere Veranstaltungen genutzt werden können.