Neuer Marinehafen könnte Ostfriesland nachhaltig verändern

Für Emden beginnt möglicherweise eines der größten Infrastrukturprojekte der kommenden Jahrzehnte. Die Bundeswehr plant einen neuen Marinehafen am Standort Knock und Rysumer Nacken. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius stellte die Pläne gemeinsam mit Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies in Emden vor.

Damit soll die Deutsche Marine nach fast 30 Jahren dauerhaft nach Emden zurückkehren. Bund, Land, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und die Stadt Emden haben sich grundsätzlich auf den Standort verständigt.

Warum die Marine nach Emden kommt

Die Deutsche Marine soll in den kommenden Jahren deutlich wachsen. Neue Schiffe benötigen geeignete Liegeplätze, Werkstätten, Versorgungsmöglichkeiten und Unterkünfte für das Personal.

Bisher besitzt die Marine an der deutschen Nordseeküste nur den Marinestützpunkt in Wilhelmshaven. Ein zweiter Standort soll zusätzliche Kapazitäten schaffen und verhindern, dass die Marine vollständig von einem einzigen Nordseehafen abhängig ist.

Emden bietet aus Sicht des Verteidigungsministeriums mehrere Vorteile. Das vorgesehene Gelände liegt unmittelbar an der Emsmündung. Von dort besteht eine vergleichsweise schnelle Verbindung zur Nordsee und zum Nordatlantik. Gleichzeitig stehen am Rysumer Nacken größere Flächen zur Verfügung.

Platz für Fregatten und weitere Schiffe

Nach den bisher bekannt gewordenen Planungen benötigt die Marine sieben Liegeplätze für Fregatten, zehn Liegeplätze für Minensuchboote und weitere zehn Liegeplätze für Schlepper.

Neben den eigentlichen Hafenanlagen müssten zahlreiche weitere Gebäude und Einrichtungen entstehen. Dazu gehören Unterkünfte, Ausbildungsräume, Verwaltungsgebäude, Werkstätten, Lagerflächen und technische Versorgungseinrichtungen.

Welche Schiffe später tatsächlich in Emden stationiert werden, steht allerdings noch nicht endgültig fest. Auch die genaue Größe des Hafens muss erst im weiteren Planungsverfahren bestimmt werden.

Bis zu 2000 Dienstposten möglich

Besonders große Hoffnungen verbindet die Region mit den möglichen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Langfristig könnten nach Angaben des Verteidigungsministeriums bis zu 2000 militärische und zivile Dienstposten in Emden angesiedelt werden.

Dabei ist wichtig, zwischen Dienstposten und neu geschaffenen Arbeitsplätzen für Menschen aus der Region zu unterscheiden. Ein Teil des Personals könnte an den neuen Standort versetzt werden. Gleichzeitig könnten aber auch neue Stellen bei der Bundeswehr, bei Handwerksbetrieben, im Baugewerbe, in der Logistik und bei verschiedenen Dienstleistungsunternehmen entstehen.