Frankreich nach schweren Ausschreitungen
Von Finn · · 3 Min. Lesezeit

2400 Festnahmen nach landesweiten Massenprotesten Frankreich erlebt eine der schwersten Wellen von Ausschreitungen seit mehreren Jahren. Was als landesweiter Protest gegen steigende Lebenshaltungskosten und Probleme im Bildungssystem begann, endete in mehreren Städten mit Angriffen auf öffentliche…
2400 Festnahmen nach landesweiten Massenprotesten
Frankreich erlebt eine der schwersten Wellen von Ausschreitungen seit mehreren Jahren. Was als landesweiter Protest gegen steigende Lebenshaltungskosten und Probleme im Bildungssystem begann, endete in mehreren Städten mit Angriffen auf öffentliche Gebäude, Plünderungen und schweren Zusammenstößen mit der Polizei.
Hunderttausende Menschen beteiligten sich an den Demonstrationen. Die französische Regierung spricht von etwa 550000 Teilnehmern. Die Gewerkschaft CGT geht von rund 800000 Menschen aus.
Der überwiegende Teil der Demonstrationen verlief friedlich. In mehreren Großstädten mischten sich jedoch gewaltbereite und teilweise vermummte Gruppen unter die Teilnehmer. Diese Gruppen griffen Polizisten an, errichteten brennende Barrikaden und plünderten Geschäfte.
Schwere Gewalt in mehreren Städten
Besonders betroffen waren Paris, Marseille, Lyon, Bordeaux und Limoges. In Marseille drangen vermummte Personen zeitweise in das Rathaus ein und verwüsteten Teile des Gebäudes. Die Polizei konnte die Gruppe anschließend zurückdrängen.
In Limoges wurde das historische Rathaus durch einen Brand schwer beschädigt. In Lyon setzten Randalierer das Gebäude der Touristeninformation in Brand. In Paris wurden Geschäfte geplündert, Straßen verwüstet und Polizeifahrzeuge angegriffen.
Die Einsatzkräfte verwendeten Tränengas und Wasserwerfer. Gleichzeitig warfen gewalttätige Gruppen Gegenstände und Feuerwerkskörper auf Polizisten.
Rund 2400 Menschen festgenommen
Nach den bislang vorliegenden Angaben wurden landesweit rund 2400 Menschen festgenommen. Zahlreiche Polizisten und Rettungskräfte wurden verletzt. Auch unter den Demonstrierenden gab es schwere Verletzungen.
Ein Jugendlicher verlor in Saint Etienne durch die Explosion einer Granate zur Kontrolle von Menschenmengen eine Hand. Zudem wurde mindestens ein Todesfall im Zusammenhang mit den Unruhen gemeldet. Die genauen Umstände werden noch untersucht.
Behörden gerieten zeitweise an ihre Grenzen
Die hohe Beteiligung und die große Zahl kleiner, beweglicher Gruppen stellte die Sicherheitskräfte vor erhebliche Probleme. In mehreren Städten waren die eingesetzten Polizeieinheiten zeitweise überfordert.
Besonders in Paris verteilten sich gewaltbereite Gruppen auf verschiedene Stadtteile. Während Einsatzkräfte einen Bereich sicherten, kam es an anderer Stelle zu neuen Plünderungen oder Angriffen.
