Eine gewaltige Rauchwolke, intensiver Brandgeruch und ein Großeinsatz mit zeitweise rund 250 Kräften: Der Brand auf dem Gelände eines Entsorgungsbetriebs in Leer hat die Feuerwehr seit der Nacht zu Donnerstag in Atem gehalten. Erst am Freitag entspannte sich die Lage deutlich. Vollständig beendet war der Einsatz am Freitagvormittag allerdings noch nicht.

Feuer bricht kurz vor Mitternacht aus

Der Brand begann am späten Mittwochabend, dem 2. September 2026. Gegen 22.45 Uhr wurden die Einsatzkräfte zu dem Entsorgungsbetrieb gerufen. In einem großen Schrotthaufen, in dem sich unter anderem Fahrzeugteile, Autos und Container befanden, war aus bislang ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen.

Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich eine dichte, dunkle Rauchwolke. Der Rauch zog über Leer und sorgte zusammen mit einem intensiven, an brennenden Kunststoff erinnernden Geruch für zahlreiche Notrufe. Die Rauchsäule war weithin sichtbar und machte bereits in der Nacht deutlich, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Brandeinsatz handeln würde.

Nach ersten Schätzungen brannte es auf einer Fläche von ungefähr 100 Quadratmetern. Diese Zahl beschreibt allerdings nur die betroffene Grundfläche. Durch die großen Mengen übereinandergelagerten Schrotts konnte sich das Feuer tief in den Haufen hineinfressen.

Temperaturen von rund 1.000 Grad

Für die Feuerwehr begann ein ausgesprochen schwieriger und langwieriger Einsatz. Im Inneren des Schrottbergs sollen Temperaturen von rund 1.000 Grad entstanden sein. Wasser von außen auf den Haufen zu geben, reichte deshalb nicht aus.

Die Einsatzkräfte mussten den brennenden Schrott mit schwerem Gerät Stück für Stück auseinanderziehen. Erst dadurch konnten sie an verdeckte Flammen und Glutnester gelangen. Während Maschinen den Haufen öffneten und umschichteten, musste die Feuerwehr die freigelegten Bereiche sofort ablöschen.

Ein Feuerwehrsprecher beschrieb die schwierige Situation sinngemäß damit, dass sich das Feuer zeitweise schneller durch den Haufen fraß, als die Maschinen das Material auseinanderziehen konnten. Erst mit einem massiven Löschangriff gelang es, die Ausbreitung langsam unter Kontrolle zu bringen.

Gerade bei einem Schrottbrand stellen schlecht erreichbare Glutnester eine große Herausforderung dar. Sie können tief zwischen Metallteilen, Fahrzeugresten und anderen Materialien liegen und selbst nach Stunden erneut aufflammen. Deshalb war eine sorgfältige Kontrolle des gesamten Haufens notwendig.