Mehr Mitsprache für Kinder und Jugendliche

Die Stadt Leer möchte die Interessen junger Menschen künftig stärker in politische und städtische Entscheidungen einbeziehen. Mit der Unterschrift von Bürgermeister Claus Peter Horst ist Leer dem Programm Kinderfreundliche Kommunen beigetreten. Zuvor hatte sich der Stadtrat für die Teilnahme ausgesprochen.

Das Programm soll dafür sorgen, dass die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen nicht nur bei einzelnen Projekten berücksichtigt werden. Ihre Perspektive soll langfristig in verschiedenen Bereichen der Stadtverwaltung eine größere Rolle spielen. Dazu gehören beispielsweise Spielplätze, Schulen, Freizeitangebote, Verkehrsplanung und die Gestaltung öffentlicher Flächen.

Leer ist die 23. Kommune in Niedersachsen, die sich dem Programm angeschlossen hat. Getragen wird die Initiative von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk.

Was passiert jetzt in Leer

Am Anfang steht eine umfangreiche Bestandsaufnahme. Dabei wird untersucht, welche Angebote und Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche bereits vorhanden sind. Gleichzeitig soll festgestellt werden, an welchen Stellen Verbesserungen notwendig sind.

Auch die jungen Menschen selbst sollen dabei zu Wort kommen. Ihre Erfahrungen und Wünsche können wichtige Hinweise liefern. Schließlich erleben Kinder und Jugendliche ihre Stadt anders als Erwachsene. Sie wissen aus ihrem Alltag, wo sichere Wege fehlen, welche Treffpunkte gebraucht werden oder welche Freizeitangebote verbessert werden könnten.

Nach der Auswertung erhält die Stadt konkrete Empfehlungen. Auf dieser Grundlage soll gemeinsam mit Fachleuten ein Aktionsplan entstehen. Darin werden Maßnahmen und Ziele festgelegt, über die anschließend der Stadtrat entscheidet.

Siegel wird nicht automatisch vergeben

Der Beitritt bedeutet noch nicht, dass Leer das Siegel Kinderfreundliche Kommune bereits erhalten hat. Zunächst muss der Aktionsplan erarbeitet und vom Verein geprüft werden. Erst danach kann das Siegel verliehen werden. Anschließend beginnt die mehrjährige Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen.

Damit wird die Auszeichnung nicht nur zu einem Titel. Sie ist mit konkreten Verpflichtungen verbunden und soll überprüfbare Verbesserungen für junge Menschen schaffen.

Chance für die gesamte Stadt

Eine kinderfreundliche Stadt kann auch für andere Bevölkerungsgruppen Vorteile bringen. Sichere Wege, gut erreichbare Freizeitangebote, attraktive öffentliche Plätze und verständliche Informationen verbessern das Leben vieler Menschen.