Neue Ermittlungen im Fall Holtgast
Von Finn · · 2 Min. Lesezeit

Neue Ermittlungen im Fall Holtgast Nach dem Fund einer vergrabenen Leiche in Holtgast bleibt der 31 Jahre alte Hauptverdächtige weiterhin in Untersuchungshaft. Grund dafür ist ein neuer Haftbefehl in einem anderen Ermittlungsverfahren. Die bisherige Untersuchungshaft wegen des Mordverdachts hätte…
Neue Ermittlungen im Fall Holtgast
Nach dem Fund einer vergrabenen Leiche in Holtgast bleibt der 31 Jahre alte Hauptverdächtige weiterhin in Untersuchungshaft. Grund dafür ist ein neuer Haftbefehl in einem anderen Ermittlungsverfahren.
Die bisherige Untersuchungshaft wegen des Mordverdachts hätte Anfang Oktober überprüft werden müssen. Die Strafprozessordnung sieht vor, dass eine Untersuchungshaft grundsätzlich nicht länger als sechs Monate dauern soll. Eine Verlängerung ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
Die Staatsanwaltschaft Aurich hatte deshalb eine Haftprüfung beim Oberlandesgericht Oldenburg beantragt. Diese war schließlich nicht mehr erforderlich, weil das Amtsgericht Wittmund bereits im September einen weiteren Haftbefehl gegen den Mann erlassen hatte.
Der neue Haftbefehl steht nicht unmittelbar mit dem Leichenfund in Ostfriesland in Verbindung. Dem 31 Jährigen werden besonders schwere Brandstiftung und versuchter Versicherungsbetrug vorgeworfen.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Beschuldigte ein Gebäude in Schönheide im sächsischen Erzgebirgskreis in Brand gesetzt haben. Das mutmaßliche Ziel soll gewesen sein, anschließend eine Versicherungssumme zu erhalten.
Auf diesen möglichen weiteren Fall stießen die Ermittler offenbar durch die Ermittlungen in Holtgast. Da der Mann dort als Hauptverdächtiger gilt, war seine Telekommunikation überwacht worden. Die dabei gewonnenen Informationen sollen zu dem Verdacht in Sachsen geführt haben.
Der Fall in Holtgast hatte im April für großes Aufsehen gesorgt. Nach tagelangen Durchsuchungen fanden Einsatzkräfte auf einem Grundstück im Ortsteil Fulkum die vergrabene Leiche eines vermissten 59 Jahre alten Mannes aus dem Sauerland.
Eine Obduktion ergab, dass der Mann durch massive Gewalteinwirkung ums Leben gekommen war. Er war bereits Anfang Februar 2024 von seiner Familie als vermisst gemeldet worden.
Der Verstorbene war früher als Betreuer eines Familienmitglieds aus Holtgast tätig gewesen. Im Zusammenhang mit diesem Betreuungsverhältnis soll es nach Angaben der Ermittler zu einer Veruntreuung von Geldern gekommen sein.
Die Staatsanwaltschaft prüft deshalb, ob finanzielle Interessen eine Rolle bei der mutmaßlichen Tat gespielt haben könnten. Nach ihrer Einschätzung kommt bei dem Hauptverdächtigen das Mordmerkmal der Habgier in Betracht.
Eine Anklage wurde in dem Fall bislang nicht erhoben. Die Staatsanwaltschaft begründet dies mit den umfangreichen und noch nicht abgeschlossenen Ermittlungen.
