Nationalpark Ranger könnten künftig nicht nur an der Küste und auf den Ostfriesischen Inseln unterwegs sein. Niedersachsen, Schleswig Holstein und Hamburg prüfen einen gemeinsamen Einsatz von Rangern auf den geschützten Meeresflächen der Nordsee.

Die Ranger sollen mit Booten im Wattenmeer unterwegs sein und dort vor allem über den Natur und Artenschutz informieren. Eine endgültige Entscheidung über das Vorhaben ist allerdings noch nicht gefallen.

Konzept für den Einsatz auf See

Die drei Bundesländer wollen zunächst ein gemeinsames Konzept entwickeln. Dafür wurde ein Förderantrag bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gestellt. Eine Entscheidung über die Förderung wird im Herbst erwartet.

Erst danach soll geklärt werden, ob und in welchem Umfang Ranger auf der Nordsee eingesetzt werden könnten. Auch ein möglicher Starttermin steht noch nicht fest.

Bislang gibt es keine verlässlichen Angaben zur Zahl der benötigten Ranger. Auch die Kosten für Personal, Boote, Ausrüstung und den laufenden Betrieb sollen erst im Rahmen der geplanten Untersuchung ermittelt werden.

Aufklärung statt Fischereikontrollen

Die möglichen Ranger sollen Besucherinnen und Besucher sowie Wassersportler über die Regeln in den Schutzgebieten informieren. Dazu gehört beispielsweise ein ausreichender Abstand zu Seehunden und Kegelrobben.

Auch der Schutz von Brut und Rastgebieten sowie die Beobachtung der Natur könnten zu den Aufgaben gehören. Nach den bisherigen Planungen sollen die Ranger jedoch keine zusätzlichen fischereirechtlichen Kontrollen durchführen.

Vielmehr geht es nach Angaben der beteiligten Länder um Umweltbildung, Beratung und eine bessere Zusammenarbeit mit den Menschen, die das Wattenmeer beruflich oder in ihrer Freizeit nutzen.

Kritik aus der Küstenfischerei

Der Landesfischereiverband Weser Ems kritisierte, dass die Küstenfischerei bislang nicht ausreichend in die Planungen einbezogen worden sei. Der Verband fordert mehr Transparenz und eine frühzeitige Beteiligung.

Zudem müsse geklärt werden, ob eine neue Struktur tatsächlich notwendig ist oder ob bereits bestehende Behörden und Organisationen die geplanten Aufgaben übernehmen könnten.

Befürworter sehen dagegen eine Möglichkeit, den Schutz des Wattenmeeres direkt auf dem Wasser zu verbessern. Ranger könnten Menschen ansprechen, bevor Tiere gestört oder sensible Bereiche unbeabsichtigt befahren werden.