Neuer Marinestützpunkt in Emden geplant
Von Finn · · 3 Min. Lesezeit

Emden steht offenbar vor einer der größten Veränderungen seiner jüngeren Hafengeschichte. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll die Deutsche Marine ihren geplanten zweiten Marinestützpunkt an der Nordseeküste in Emden errichten. Eine endgültige öffentliche Bestätigung des…
Emden steht offenbar vor einer der größten Veränderungen seiner jüngeren Hafengeschichte. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll die Deutsche Marine ihren geplanten zweiten Marinestützpunkt an der Nordseeküste in Emden errichten.
Eine endgültige öffentliche Bestätigung des Bundesverteidigungsministeriums steht bislang noch aus. Konkrete Informationen werden am 5. Oktober erwartet. Dann wollen Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies in Emden das weitere Vorgehen vorstellen.
Große Anlage mit zahlreichen Liegeplätzen
Nach Informationen der Deutschen Presse Agentur benötigt die Marine zunächst eine Fläche von etwa 40 Hektar. Zusätzlich soll eine Erweiterungsmöglichkeit um weitere 10 Hektar vorgesehen werden.
Der neue Marinehafen soll Liegeplätze für sieben Fregatten, zehn Minensuchboote und zehn Schlepper bieten. Am Standort könnte langfristig eine vierstellige Zahl von Soldaten und zivilen Beschäftigten tätig sein.
Damit wäre das Projekt nicht nur militärisch bedeutend. Es könnte auch erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, die Infrastruktur und die wirtschaftliche Entwicklung in Emden und der gesamten Region haben.
Rysumer Nacken gilt als möglicher Standort
Als besonders wahrscheinlicher Standort gilt der Rysumer Nacken westlich des Emder Stadtgebietes. Das weitgehend unbebaute Gelände liegt an der Ems und befindet sich im Eigentum des Landes Niedersachsen.
Nach Angaben von Niedersachsen Ports besitzt der Emder Hafen das größte noch ungenutzte Flächenpotenzial unter den niedersächsischen Häfen. Das könnte bei der Auswahl eine wichtige Rolle gespielt haben.
Bislang bestanden für das Gelände auch Überlegungen zu einer zivilen Nutzung. Sollte dort tatsächlich ein Marinestützpunkt entstehen, müssten die bisherigen Pläne für die weitere Hafenentwicklung vermutlich neu bewertet werden.
Marine würde nach Emden zurückkehren
Für Emden wäre die Bundeswehr kein völlig neuer Nachbar. Bis 1997 gab es in der Stadt bereits einen Marinestützpunkt. Fast drei Jahrzehnte später könnte die Marine nun in deutlich größerem Umfang zurückkehren.
Der bislang einzige Marinestützpunkt der Bundeswehr an der deutschen Nordseeküste befindet sich in Wilhelmshaven. Ein zusätzlicher Standort in Emden soll offenbar weitere Kapazitäten schaffen und die militärische Infrastruktur an der Nordsee stärken.
