Ab Oktober sollen Benzin und Diesel durch eine Steuersenkung um rund 17 Cent je Liter günstiger werden. Für Anfang 2027 ist zudem ein zeitlich begrenzter Preisdeckel geplant. Noch sind jedoch wichtige Fragen zur Umsetzung offen.

Die hohen Kraftstoffpreise belasten Autofahrer in ganz Deutschland. In einer ländlich geprägten Region wie Ostfriesland sind die Auswirkungen besonders spürbar: Viele Menschen müssen längere Strecken zur Arbeit, zum Einkauf oder zu medizinischen Einrichtungen zurücklegen. Bus und Bahn sind dabei nicht überall eine praktikable Alternative.

Die Bundesregierung reagiert nun mit einem neuen Entlastungspaket. Vom 1. Oktober bis zum Jahresende soll die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14 Cent je Liter sinken. Da dadurch zugleich weniger Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich rechnerisch eine Entlastung von rund 17 Cent pro Liter.

Bund und Länder wollen sich die erwarteten Kosten von etwa 2,5 Milliarden Euro teilen. Eine vergleichbare Steuersenkung hatte es bereits im Mai und Juni 2026 gegeben.

## Steuersenkung ist keine Preisgarantie

Ob Benzin und Diesel an jeder Tankstelle tatsächlich um die vollen 17 Cent günstiger werden, ist nicht garantiert. Die Energiesteuer ist nur ein Bestandteil des Kraftstoffpreises. Tankstellen und Mineralölunternehmen können ihre Verkaufspreise weiterhin selbst festlegen.

Neben den Steuern beeinflussen vor allem der internationale Ölpreis, der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar, Raffineriekapazitäten, Transportkosten und die regionale Konkurrenz den Preis an der Zapfsäule.

Das Bundesfinanzministerium hatte bereits bei der ersten Steuersenkung im Frühjahr darauf hingewiesen, dass es den Kraftstofflieferanten obliegt, die Entlastung an ihre Kunden weiterzugeben. Entscheidend wird daher sein, wie sich die tatsächlichen Tankstellenpreise ab Oktober entwickeln.

## Preisdeckel ab 2027 noch nicht abschließend geregelt

Zusätzlich zur Steuersenkung soll spätestens Anfang 2027 ein zeitlich begrenzter Spritpreisdeckel eingeführt werden. Als Vorbilder werden Regelungen aus Luxemburg und Belgien genannt, wo staatlich festgelegte Höchstpreise gelten.

Die Bundesregierung will dazu Gespräche mit der Mineralölwirtschaft führen. Der Deckel soll sich unter anderem an der Entwicklung des Ölpreises orientieren und gleichzeitig gewährleisten, dass Raffinerien und Lieferanten wirtschaftlich weiterarbeiten können.

Wie hoch die Preisobergrenze ausfallen würde, wie häufig sie angepasst werden soll und unter welchen Voraussetzungen sie wieder aufgehoben wird, steht bislang nicht fest. Daher handelt es sich noch nicht um eine vollständig ausgearbeitete Regelung.