Storchenrekord im Landkreis Leer: So viele Tiere wie noch nie
Von Finn · · 2 Min. Lesezeit

Auf Äckern und Wiesen im Landkreis Leer sind derzeit ungewöhnlich viele Weißstörche zu beobachten. Nach Angaben des örtlichen Storchenbetreuers wurde 2026 ein neuer Rekord erreicht. Der Aufwärtstrend zeigt sich auch in Niedersachsen und im…
Auf Äckern und Wiesen im Landkreis Leer sind derzeit ungewöhnlich viele Weißstörche zu beobachten. Nach Angaben des örtlichen Storchenbetreuers wurde 2026 ein neuer Rekord erreicht. Der Aufwärtstrend zeigt sich auch in Niedersachsen und im gesamten Bundesgebiet.
Landkreis Leer. Große Gruppen von Weißstörchen sorgen derzeit vielerorts für eindrucksvolle Bilder. Besonders auf frisch bearbeiteten Feldern versammeln sich die Vögel, um nach Mäusen, Würmern, Insekten und anderer leicht erreichbarer Nahrung zu suchen.
Der Storchenbetreuer Holger Boekhoff spricht für den Landkreis Leer von einem neuen Rekord. Noch nie seien dort in einem Jahr so viele Störche erfasst worden. Die genaue regionale Abschlussbilanz wurde in der frei zugänglichen Meldung allerdings nicht genannt.
Der Landkreis liegt damit in einem bundesweiten Trend. Nach Angaben des Naturschutzbundes wurden 2026 deutschlandweit rund 15.000 Weißstorch-Brutpaare geschätzt – mehr als jemals zuvor und sogar mehr als vor 100 Jahren. Allein in Niedersachsen wurden etwa 2.700 Brutpaare gezählt.
Gute Bedingungen für die Jungvögel
Entscheidend für ein erfolgreiches Storchenjahr sind ausreichend Nahrung und günstige Wetterbedingungen während der Aufzucht. Anhaltende Kälte und Starkregen können für kleine Jungstörche lebensgefährlich werden. Feuchte Wiesen mit vielen Insekten, Amphibien und Mäusen bieten dagegen gute Voraussetzungen.
Auch Naturschutzmaßnahmen dürften zum langfristigen Aufwärtstrend beitragen. Wiedervernässte Flächen, geschützte Feuchtwiesen und eine auf den Weißstorch abgestimmte Bewirtschaftung verbessern das Nahrungsangebot.
Künstliche Nisthilfen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Ehrenamtliche Storchenbetreuer kontrollieren Horste, dokumentieren Bruterfolge und greifen ein, wenn Nester beschädigt oder Jungtiere gefährdet sind.
Viele Störche bereits auf dem Weg nach Süden
Ein Teil der Jungvögel hat Deutschland inzwischen verlassen und den Zug in Richtung Süden begonnen. Jungstörche starten häufig früher als ihre Eltern. Einige Tiere überwintern mittlerweile allerdings auch in Westeuropa, statt bis nach Afrika zu fliegen.
Die großen Gruppen auf den ostfriesischen Feldern sind daher oft nur vorübergehend zu sehen. Dort sammeln die Tiere Kraft für ihre lange Reise.
Der Rekord ist eine erfreuliche Nachricht für den Artenschutz. Er bedeutet jedoch nicht, dass der Lebensraum dauerhaft gesichert ist. Der Weißstorch bleibt auf offene, artenreiche Landschaften und ein ausreichendes Nahrungsangebot angewiesen. Der Erhalt von Feuchtgrünland bleibt deshalb eine wichtige Aufgabe.
