Stadt und Einwohner wünschen sich eine dauerhafte Begrenzung

Auf der B436 bei Weener wird erneut über die zulässige Geschwindigkeit diskutiert. Die Stadtverwaltung und zahlreiche Einwohner sprechen sich für ein dauerhaftes Tempo 50 aus. Die zuständige Verkehrsbehörde des Landkreises Leer lehnt eine dauerhafte Begrenzung bislang jedoch ab.

Die Diskussion betrifft einen Straßenabschnitt, auf dem normalerweise Tempo 70 gilt. Während der Sanierung der Ortsdurchfahrt war die Geschwindigkeit vorübergehend auf 50 Kilometer pro Stunde begrenzt worden. Mit dem Abschluss der Arbeiten endete diese vorläufige Regelung.

Tödlicher Unfall verstärkte die Sorgen

Im Juli ereignete sich an der B436 ein schwerer Verkehrsunfall. Ein 86 Jahre alter Autofahrer wollte von der Norderstraße nach links auf die Bundesstraße abbiegen. Dabei kam es zum Zusammenstoß mit einem Linienbus, der mit 15 Menschen besetzt war.

Der 86-Jährige starb noch an der Unfallstelle. Der Busfahrer wurde verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Auch mehrere Fahrgäste erlitten leichte Verletzungen. Der Bus kam nach dem Zusammenstoß in einer Böschung zum Stillstand.

Nach diesem Unfall wurden die vorhandenen Tempo 70 Schilder zunächst ausgetauscht. Die niedrigere Geschwindigkeit galt jedoch nur im Zusammenhang mit den Bauarbeiten und nicht als dauerhafte Maßnahme.

Unterschiedliche Bewertungen

Für viele Menschen in Weener steht die Sicherheit im Mittelpunkt. Sie erhoffen sich von Tempo 50 längere Reaktionszeiten, kürzere Bremswege und ein geringeres Risiko schwerer Unfallfolgen. Besonders an Einmündungen und Kreuzungen kann eine niedrigere Geschwindigkeit einen deutlichen Unterschied machen.

Die Verkehrsbehörde muss eine Geschwindigkeitsbegrenzung allerdings anhand der rechtlichen Voraussetzungen und der Situation auf dem betroffenen Straßenabschnitt bewerten. Dabei können unter anderem das bisherige Unfallgeschehen, die Straßenführung, die Verkehrsmenge und erkennbare Gefahrenstellen berücksichtigt werden.

Nach der aktuellen Berichterstattung sieht der Landkreis bislang keine ausreichende Grundlage für eine dauerhafte Begrenzung auf 50 Kilometer pro Stunde. Damit bleibt der Wunsch der Stadt und vieler Einwohner zunächst unerfüllt.

Debatte dürfte weitergehen

Die unterschiedlichen Einschätzungen zeigen, wie schwierig Entscheidungen über Geschwindigkeitsbegrenzungen sein können. Während Anwohner und Stadtverwaltung vor allem auf das Sicherheitsgefühl und mögliche Gefahren hinweisen, muss die Verkehrsbehörde ihre Entscheidung rechtlich begründen können.